13/09/2015

Die Verbrechen der Kirche an den Kindern

(19) Papst Franziskus kündigte im Jahr 2015 unter dem Applaus der Weltpresse einen kircheninternen Gerichtshof für Bischöfe im Vatikan an, die Sexualverbrechen von Priestern an Kindern nicht an den Vatikan weitermelden. Dort jedoch gilt für alle Verfahren bei Sexualverbrechen von Priestern seit 1962 ein “Päpstliches Geheimhaltungsgebot“, das Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., erst im Jahr 2001 noch einmal bekräftigt hatte. Unter Androhung der Exkommunikation und damit angeblich späteren ewigen Höllenstrafen müsse dieses Geheimnis von den dort Tätigen unter allen Umständen gewahrt werden. Die Kirche nimmt sich also weiter heraus, unzählige Verbrecher in ihren Reihen nicht der Polizei zu melden – im Unterschied zu anderen Verbrechern, wo es selbstverständlich ist, dass sie bei der Polizei angezeigt werden und vor einem weltlichen Gericht über sie Recht gesprochen wird. Der von Franziskus eingerichtete “Gerichtshof” erschien also schon bei seiner Ankündigung als Blendwerk. Und wie sich bald heraus stellt. Die Ankündigung war sowieso nur eine Luftnummer, dieser Gerichtshof wurde nie eingerichtet.

Zigtausende Priester und sogar Bischöfe vergewaltigten und missbrauchten in den letzten Jahrzehnten Kinder sexuell. Man spricht von “Seelenmord“, da die Verbrecher auch noch als so genannte “Männer vor Gott” auf Erden tätig waren, die angeblich das Werk “Gottes” verrichten. Dies sind keine “Einzelfälle”, sondern das ist – samt der anschließenden Vertuschung – Teil des kirchlichen Systems und seines Milieus. In früheren Jahrhunderten ließ man Gottespropheten und Urchristen foltern und umbringen, in jüngerer Zeit leben sie ihre Gewaltphantasien an Kindern aus. Sehr viele von Priestern sexuell missbrauchte und vergewaltigte Kinder begingen später Selbstmord.

Die Vereinten Nationen warfen dem Vatikan 2014 außerdem vor, die Vorschriften der Kinderschutzkommission immer noch nicht zu erfüllen und die Bundesregierung beklagt sich im August 2018, dass auch in Deutschland immer noch vertuscht wird und Diözesen unkooperativ sind und Einblick in ihre Akten verweigern. Trotz vieler gewundener Erklärungen konnte und kann das Vertuschen also auf vielfach Art weiter gehen, und es wird unter anderem mit dem “Beichtgeheimnis” begründet. Ein Kinderschänderverbrecher im Talar braucht sein abgrundtief böses Tun also nur im Rahmen des katholischen Bußsakraments gegenüber einem Kollegen zuzugeben, und schon schützt ihn sein Kirchenrecht, das für die Kirche seit je her über dem staatlichen Recht steht. Der Staat darf deshalb eine solche im Kern im Übermaß kriminell gewordene Parallelgesellschaft, die den guten Namen “Christus” und Seine Lehre der Gottes- und Nächstenliebe missbraucht, nicht schützen oder gar mit Milliarden an Euro auch noch finanzieren. Doch leider geschah dies zuletzt weiterhin. Deshalb: Wer wagt es, der Kirche die Stirn zu bieten?

Vgl. auch den mit dem Filmpreis “Oscar” prämierten sehenswerten Spielfilm “Spotlight” über die Aufdeckung unzähliger Priesterverbrechen in der Diözese Boston in den USA im Jahr 2001 und 2002.

Die Rehabilitation des Christus Gottes, Folge 19: Die Verbrechen der Kirche an den Kindern – 59:00 Minuten

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