10/04/2019

Gewaltopfer der Kirche (2): Klerikale Menschenopfer

“Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz”, so der offizielle Titel der in Kurzfassung “Missbrauchsstudie” genannten Auftragsarbeit der katholischen Bischöfe in Deutschland. Zwar bemühten sich die Autoren um Aufklärung, doch waren sie komplett auf das angewiesen, was ihnen von den Bistümern zur Verfügung gestellt wurde. Mal war es etwas mehr, mal weniger, mal fast gar nichts, so dass Kritiker im Kern von “Verschleierung” und “Zeitgewinn” sprachen, um die Bevölkerung ruhig zu stellen.
Zwar reagierten einige deutsche Medien im September und Oktober 2018 zunächst heftig, doch schon bald ging die Strategie der Kirche vorerst auf, und das Interesse der großen Fernsehsender und Zeitungen ebbte wieder ab, im Jahr 2019 war kaum mehr etwas davon zu lesen. Und kirchenintern geschah nichts weiter als das kirchenübliche Larifari.
Der “Missbrauchsbeauftragte” der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig regte eigene Verträge zwischen Staat und Kirche für eine unabhängige Aufarbeitung an, womit er allerdings die kirchliche Paralleljustiz stärkt. Und wieso überlegt man, Verträge mit den Tätern zu schließen? Warum wird nicht der Staatsanwalt hingeschickt wie in manchen Bundesstaaten USA? Warum darf die Kirche in Deutschland weiterhin gegen sich selbst ermitteln? Wieso wird ein Täter damit beauftragt, seine eigenen Straftaten “aufzuklären”?
Zwar hat die Staatsregierung in Bayern Arbeitsgruppen gegründet, um gegen die Paralleljustiz vorzugehen – allerdings nur bei islamischen und anderen Clans, nicht bei der Kirche. Dieser werden weiterhin und ungekürzt Privilegien und Staatsmilliarden gewährt, die weltweit einmalig sind. Und ein CDU-Abgeordneter erklärte gar, die Kirche sei nicht weiter zu belangen, da sie mit den nun erfolgten Veröffentlichungen genug “gestraft” sei. Wie aber muss eine solche Haltung für ihre Opfer klingen, die letztlich “klerikale Menschenopfer” sind?
Und so konnte sich schon bald nach Vorstellung ihres Berichts die Kirche ungeniert erdreisten, der Öffentlichkeit bekannt zu geben, dass in Zukunft alle Verbrechen von Priestern dem Vatikan zu melden seien. Das war bislang aber auch schon so, und wie bisher unterliegen sie damit dem “päpstlichen Geheimhaltungsgebot” – Vertuschung also als ein Staatsziel des Vatikans.
Dies hat vermutlich auch mit der dunklen Seite von Papst Franziskus zu tun. Auch ihm wird Vertuschung in Argentinien vorgeworfen, und er hätte folglich selbst vor ein Tribunal für vertuschende Bischöfe gemusst, dass von ihm angekündigt wurde, dann aber stillschweigend niemals eingesetzt wurde.

Gewaltopfer der Kirche, Teil 2 – Klerikale Menschenopfer: 43:00 Minuten

 

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