19/04/2017

Martin Luther und die Juden

Martin Luther gilt als “großer Deutscher” und wird im “Jubiläumsjahr” 2017 (500 Jahre Reformation) geehrt und von der Lutherkirche weiterhin als Vorbild hingestellt, obwohl er unsägliches Leid auf die Welt gebracht hat. Denn für unzählige Menschen, die nicht seiner Glaubensmeinung waren, forderte er die Todesstrafe. Die Verleumdung und Verfolgung der jüdischen Mitbürger war dabei eines seiner Hauptanliegen: Ihre Synagogen sollen niedergebrannt werden, ihre Bücher vernichtet, man solle ihnen alles Geld und alle Wertsachen wegnehmen, das freie Geleit auf den Straßen aufheben, sie zur Zwangsarbeit in Ställe sperren, und wenn sie ihren Gott öffentlich loben, dann soll das ihr Todesurteil sein. Es ging Martin Luther darum, dass wir alle “von der teuflischen Last der Juden entladen” werden. Doch erst ca. 400 Jahre später wurden Martin Luthers Forderungen durch eine deutsche Regierung in die Tat umgesetzt, und ein lutherischer Landesbischof jubelte im Jahr 1938 angesichts der brennenden Synagogen, dass passend dazu nun vor allem Luthers Stimme gehört werden müsse, der zum “größten Antisemiten” seiner Zeit geworden ist. Und der Katholik Adolf Hitler berief sich in den 30er-Jahren ausdrücklich auf Luther und auch auf die Judenverfolgung der katholischen Kirche. Martin Luther wurde mit seiner Bekämpfung und Verfolgung bis hin zu einer Hinrichtungsforderung gegenüber den jüdischen Bürgern zu einem der maßgeblichen geistigen Wegbereiter des späteren Holocaust.
Und die Liste mit den Opfern Martin Luthers ist noch viel länger. Zum Beispiel gehören auch friedfertige Urchristen dazu, welche ihre Säuglinge nicht kirchlich zwangstaufen lassen wollten. Das alles lässt sich nicht aufwiegen mit “Positivem”, das ja jeder Mensch auch hat, auch ein schlimmer Verbrecher. Und die Vergehen Luthers sind noch viel umfangreicher, z. B. auch seine Gottesvergiftung, wonach “Gott” unzählige Menschen angeblich für eine ewige Hölle vorher bestimmt habe und es keinen freien Willen gebe. Deshalb sollten im gegenwärtigen “Luther-Jahr” 2017 auch endlich die Luther-Straßen oder nach Martin Luther benannte öffentliche Einrichtungen umbenannt werden. Kirchliche Einrichtungen können sich ja weiterhin “lutherisch” nennen und damit aufzeigen, wes Geistes Kind sie sind.
Der Film beginnt mit der Kontroverse über die so genannte “Judensau”, eine meist in Stein gehauene Schmäh-Skulptur in vielen Kirchen, die dort bis heute angebracht sind.

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