03/12/2015

Martin Luther – ein Christ? Ist die Lutherkirche christlich? – Folge 21

Als die gegen Christus gerichtete Romkirche vor ca. 500 Jahren im Volk immer mehr an innerer Zustimmung verlor, versuchte der katholische Reformationsmönch Martin Luther, sie durch einige Änderungen wieder akzeptabler zu machen: Allein der Glaube solle für´s Seelenheil genügen, und der Schwindel mit dem Verkauf von Ablässen solle beendet werden, wonach das menschliche Leid im späteren jenseitigen Fegefeuer durch Kauf eines kirchlichen Ablassbriefes angeblich verkürzt würde. Anstelle des in Deutschland kritisch beäugten Papstes setzte Martin Luther die deutschen Fürsten an die Spitze der Kirche. Im Umgang mit Andersdenkenden wollte er jedoch keine Änderung: Er forderte von den Fürsten brutale Gewalt gegen alle Andersgläubigen mit Hinrichtungsforderungen und Kriegsaufrufen.
Mit seinen Worten “Sündige tapfer, aber glaube tapferer” setzte Martin Luther auch die Hemmschwelle für das furchtbare Wüten herab. Nur der lutherische Glaube verschaffe dem Menschen das Seelenheil, so der neue “Totalitarismus” – parallel zur Tyrannei der Vatikankirche.

Doch was glaubt und lehrt eigentlich Martin Luther, wenn man näher hinsieht? Martin Luther dachte sich einen Glauben aus, bei dem er keine klare Unterscheidung mehr zwischen “Gott” und “Teufel” macht. Gott bewirke angeblich auch alles Böse in der Welt, und er habe alle Menschen, die nach Luthers Meinung später in eine ewige Hölle müssen, angeblich schon bei ihrer Geburt dafür vorher bestimmt. Und kein Mensch habe laut Luther einen freien Willen, dies zu ändern und er habe auch sonst keinen freien Willen.

Wenn Eltern ihren Säugling nun nicht sofort der Kirche durch Säuglingstaufe einverleiben, forderte Luther für sie die Hinrichtung. Dieses Todesurteil wurde in Absprache mit der Vatikankirche 1529 auf dem Reichstag zu Speyer zum Reichsgesetz erhoben. Man könnte dies als eine erste ökumenische Aktion bezeichnen. Unzählige Todesurteile wurden darauf hin auf grausame Art vollstreckt. Martin Luther drohte in seinem religiösen Machtwahn auch Engeln aus dem Himmel die Todesstrafe an, wenn sie auf die Erde kämen und seiner Lehre und der Institution Kirche nicht folgen würden. Damit entlarvt er das Ziel auch seiner kirchlichen Priesterreligion, nämlich alle Gottesboten zum Schweigen zu bringen bzw. sie zu töten.

Mit Vehemenz forderte der Reformationsmönch auch die Vertreibung und Verfolgung aller Juden, die Verbrennung ihrer Synagogen und Bücher, die Konfiszierung ihres Vermögens und die Hinrichtung, falls ein Mitbürger jüdischen Glaubens seinen Gott öffentlich loben sollte. Im 20. Jahrhundert lobte Adolf Hitler Martin Luther mit den Worten: “Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen”.

Ab dem 16. Jahrhundert haben die lutherischen Pfarrer mit Berufung auf Martin Luther einen Krieg nach dem anderen gefordert und die Obrigkeiten in die jeweiligen Kriege getrieben. Schreckliche Höhepunkte waren dabei die Kriege gegen Napoleon, der Deutsch-Französische Krieg und die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert. Gemäß Martin Luthers Lehre könne man sich durch Blutvergießen den Himmel manchmal eher verdienen als mit Beten.

Im Jahr 2017 feiert die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) das 500jährige Reformationsjubiläum mit Berufung auf die so genannten “guten Seiten” Luthers. Erinnert wird daran, wie der “Reformator” im Jahr 1517 in seinem Einflussbereich den Verkauf von Ablassbriefen der Vatikankirche beendete, wonach man sich mit Geld bei den Priestern angeblich den Erlass jenseitiger Sündenstrafen erkaufen konnte. Auch hat er die Bibel ins Deutsche übersetzt und dabei etwas seltener den Sinn verdreht als dies die Theologen früherer Zeiten getan haben.
Vom damaligen Papst wurde Martin Luther verflucht, während Martin Luther umgekehrt den Papst als “Antichrist” bezeichnete. Falls beide Recht haben, fristen Martin Luther und die Päpste heute gemeinsam ihr Dasein in der Hölle. Trotz vordergründiger “Ökumene” wurde der Bannfluch gegen Martin Luther vom Vatikan bis heute nie aufgehoben, auch wenn die Lutherkirche ihre Kritik an der Vatikankirche weitgehend beendet hat. Evangelische Amtsträger standen z. B. im Jahr 1999 in feierlicher Haltung daneben, als der damalige Papst den “Jubiläumsablass” für das Jahr 2000 verkündet hatte. Vom früheren Protest gegen den Ablass war nichts mehr zu spüren.

TEXT DER SENDUNG ausschnittsweise AUCH ALS GRATIS-BROSCHÜRE erhältlich; dazu Postadresse und Sendungstitel angeben und hier bestellen!

Ähnliche Videos