28/09/2018

Waldenser, Täufer, Zwickauer Propheten – Verfolgte Nachfolger des Jesus von Nazareth

(8) Die so genannten “Waldenser” verstanden es, die Bibel mit Herz und Verstand zu lesen und fanden auf diese Weise noch einige Aspekte der ursprünglichen Lehre des Jesus von Nazareth, die sie für ihr Leben annahmen: beispielsweise den Verzicht auf Gewalt und das Anhäufen von Reichtum, das Gebot der tätigen Nächstenliebe und die Brüderlichkeit. Genau diese Aspekte brachten die Waldenser in Konflikt mit der katholischen Priesterkirche, die diese Grundsätze nicht nur damals mit Füßen trat und die den so genannten “Laien” das Lesen der Bibel verboten hatten. Die Bewegung, die der Kaufmann Petrus Waldus bzw. Waldes oder Valdes (1140-1217) Ende des 12. Jahrhunderts ins Leben gerufen hatte, wurde im Auftrag der Romkirche brutal verfolgt und ihre Anhänger ermordet.
Die Kirche ließ im Jahr 1415 auf dem Konzil von Konstanz auch den böhmischen Reformator Jan Hus (*1370) lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrennen, obwohl ihm freies Geleit zugesichert wurde, um sich dort erklären und verteidigen zu können.
Im 16. Jahrhundert hatte die katholische “Hydra” – im übertragenen Sinne – eine Tochter geboren, den Protestantismus mit seinen gewalttätigen Anführern Luther, Melanchthon, Zwingli und Calvin. Beide Großkonfessionen, die katholische und die evangelische, bekriegten sich gegenseitig, waren aber verbündet in der Verfolgung und Ermordung der so genannten “Täufer“, so beschlossen vom Reichstag zu Speyer im Jahr 1529 – das erste “ökumenische” Projekt.
Da die Täufer die kirchliche Zwangsvereinnahmung von Säuglingen durch das katholische oder evangelische Taufsakrament ablehnten und sich als Entscheidung für eine freie Nachfolge Christi erneut taufen ließen, nannte man sie “Täufer” oder manchmal “Wiedertäufer”. Bis auf wenige Ausnahmen (wie z. B. in Münster) waren es friedfertige Urchristen, die Kriege, Priestertum, in Reichtum schwelgende Kirchenmänner, Kulte ablehnten, sowie Versklavung und Unterdrückung der Armen durch Fürsten, Bischöfe und Klöster.
In manchen Gemeinschaften sprach das Reich Gottes auch wieder durch Prophetenmund. So wirkten im sächsischen Zwickau die so genannten “Zwickauer Propheten“, die aufgrund ihrer hohen Ethik auch das “innere Wort” vernahmen und die Menschen schulten, nach dem Geboten Gottes zu leben. Martin Luther ließ auch sie verfolgen und weigerte sich, sie überhaupt anzuhören: “Eurem Geist hau ich auf die Schnauzen”, so der Reformationsmönch Martin Luther, der auch die Todesstrafe forderte, falls ein Engel aus dem Reich Gottes auf die Erde käme und sich der Gottesbote nicht der neuen lutherischen Machtkirche unterwirft.

Eine kleine Leseprobe des Gabriele-Verlags Das Wort zu den Teilen 7 und 8 der Sendereihe “Das Kettenopfer” ist gratis über info@gabriele-verlag.de erhältlich. Die Sendungen sind dort auch als DVD erhältlich, sowie das ganze Buch mit den insgesamt 14 Folgen und noch einigen weiteren Kapiteln zum Thema “Das Kettenopfer”.

Das Kettenopfer, Folge 8: Waldenser, Täufer, Zwickauer Propheten: Verfolgte Nachfolger des Jesus von Nazareth – 54:00 Minuten

 

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