22/09/2022

Man hilft, wo man kann

Kurzmeldung Nr. 20 – Man hilft, wo man kann

Wovon man wenig hört, weil es persönlich nicht so stört: Weltweites Extremwetter führt zu massiven Überschwemmungen in Pakistan: Ein Drittel des Landes steht unter Wasser.
Aber: Westliche Hilfe ist garantiert unterwegs.
Zum Beispiel von Deutschland: Das Flüssiggas, das Pakistan für seine Industrie bräuchte, hat Europa, allen voran Deutschland, für teures Geld weggeschnappt, trotz gültiger Abnahme-Verträge. Die Strafzahlungen der Unternehmen wegen Nichteinhaltung der Verträge sind im Preis einkalkuliert.
Der pakistanische Erdölminister Musadik Malik sagte im Wall Street Journal, dass Pakistan nicht mehr in der Lage sei, Flüssiggas zu erwerben, weil die Europäer „jedes einzelne Molekül, das in unserer Region erhältlich war“, aufgekauft haben.
Betriebsstilllegungen und massive Einschränkungen der privaten Haushalte sind schon seit Monaten im Gange. Auch Bangladesh und Sri Lanka und viele afrikanische Länder sind davon betroffen.

Tja, Sanktionen haben ihren Preis.

Natürlich, die deutsche Industrie braucht Energie, auch die Waffenindustrie für die moralisch sauberen Kriegswaffenlieferanten im Kampf für angebliche Freiheit und Gerechtigkeit. Es gibt für die deutschen Saubermänner und Sauberfrauen keinen anderen Weg, als das Gas den ärmeren Völkern durch Finanzpiraterie wegzuschnappen und mit dem teuren und umweltschädigenden Fracking-Gas die eigene Bevölkerung zu plündern, um die Multis reicher zu machen.

Man hilft, wo man kann.

Dass das Hunderttausende in ohnehin armen Ländern in Arbeitslosigkeit und bittere Armut stößt, ist weit weg vom gegenwärtig moralischen Fokus der profilierungssüchtigen Akteure. Für die eigene Bevölkerung gibt es Entlastungspakete für Lasten, die es ohne fehlgeleitete Politik gar nicht gäbe.

Moral hat ihren Preis.

Denn dasselbe Gas, das durch Nord-Stream 1 nicht ankommt, durch Nord-Stream 2 fließen zu lassen, wäre unmoralisch. Ach so, ist ja logisch! Der deutsche Bürger kann zahlen. Und der pakistanische Bürger? Steht arbeitslos in der Flut-Katastrophe. Die Koalition der deutschen Weltverbesserer hat ganze Arbeit geleistet. Keulen statt Brot. Das Neandertal lässt grüßen.

Da überrascht es nicht, dass bei dem US-amerikanischen Energiekonzern ExxonMobil die Umsätze schon im ersten Halbjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 61 Prozent auf etwa 200 Milliarden Dollar stiegen und sich die Gewinne nach Steuern verdreifachten auf 23,3 Milliarden Dollar. Man kann annehmen, dass das auch so beabsichtigt war, denn mit Hilfspaketen kennt man sich aus.

Überraschend ist eher schon, dass auch der russische Gazprom-Konzern mit umgerechnet 41,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2022 bereits mehr Gewinn gemacht hat als im gesamten Vorjahr. Das war wohl von der Sanktionsgemeinde nicht so gewollt. Was soll’s. Der deutsche Kunde zahlt, die Wirtschaft wird ruiniert.

Für unsere Politiker gilt in jedem Fall: Man hilft, wo man kann.

Robin Hood, nur andersherum: Den Armen nehmen, um es den Reichen zu geben, damit die genug Geld für Waffen haben, um weitere Armut zu erzeugen. Doch auch für die Politpiraten gelten die Worte des Jesus von Nazarteh: Was ihr einem der Geringsten angetan habt, das habt ihr Mir getan.“

Ähnliche Videos