19/12/2021

In den Wind geschlagen: Der Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht

Der Modus gestern und heute – Spezial Nr. 13: In den Wind geschlagen. Der Klimawandel aus wissenschaftlicher Sicht

Bereits im Jahr 1972 erschien die Aufsehen erregende Studie Die Grenzen des Wachstums des US-Ökonomen Dennis Meadows über die drohende dunkle Zukunft der vorherrschenden Weltwirtschaft. Nach nunmehr fast 50 Jahren zeigt sich, dass die Drahtzieher der Menschheit das Gegenteil der dort gegebenen Orientierung umsetzten, so dass Autoren der Studie zwischenzeitlich davon sprachen, es habe keinen Sinn mehr, mit einem Selbstmörder zu argumentieren, der schon aus dem Fenster gesprungen ist.
Die unumkehrbare Folge des Umgangs der menschlichen Erdbewohner mit ihrem Wohnplaneten lautet im Gesetz von Ursache und Wirkung: Klimawandel, der den Planeten letztlich zur Wüste macht.
Das Zauberwort hieß ab Mitte der 80er-Jahre und später vor allem “Globalisierung”, und alle lebensnotwendigen und sinnvollen Begrenzungen des menschlichen Machbarkeitswahns wurden gesprengt. Um immer höhere Profite zu erzielen, werden Produktionen dorthin verlagert, wo Löhne und Umweltauflagen am niedrigsten und die Gesetze am laxesten sind. Transnationale kapitalistische Großkonzerne mit den dort tätigen Karrieristen und deren Lobbyisten beherrschen die Welt, und auch “Forschungsaufträge” werden hauptsächlich so vergeben und angelegt, dass es den Konzernen nützt.
Die Ausplünderung des Erdplaneten ist total und grenzenlos, und der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber beschrieb die Situation im November 2015 lt. Tagesspiegel einmal mit den Worten: “Es ist nicht die Armut, die die Umwelt zerstört. Es ist der Reichtum. Es ist die oberste Wohlstandsmilliarde der Menschen, die den Klimawandel verursacht.”
Mit angetrieben ist diese Entwicklung wie eh und je durch die Waffenproduktion samt deren Verbreitung und Einsatz, und die neue deutsche Regierung hat sich auch hier auf Betreiben der NATO der weiteren Ausgabensteigerung verschrieben, immer mehr und immer modernere Waffen eben; ein sichtbares Zeichen für die über Jahrhunderte eskalierende maßlose Aggression der Gattung Mensch gegen seinesgleichen, gegen die Natur und die Tiere, die nun im Klimakollaps mündet.
Und wussten Sie, dass die fünf weltweit größten Fleisch- und Molkereikonzerne für mehr Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind als die größten Ölkonzerne? Die Regenwald-Abholzungen, um Viehweiden für den Fleischkonsum zu schaffen, sind dafür nur ein eindrückliches Beispiel. Trotz eindeutiger Beweise für das Ausmaß der Verantwortung der weltweiten industriellen Landwirtschaft als Klimatreiber wird dies gerne vertuscht, um den Fleischkonsum und die damit zusammenhängenden Aggressionen gegen die Mitgeschöpfe der Menschen nicht weiter zu hinterfragen. So subventioniert alleine die EU pro Jahr die Tierhaltung für den Tierkannibalismus der Menschen pro Jahr mit ca. 30 Milliarden € – Hilfsgelder also aus Steuereinnahmen zur Erzeugung von zusätzlichem grausamen Leid von Tieren, die wie Sachen behandelt werden!
Der italienische Neurobiologie und Botaniker Stefano Mancuso fasst die Ursachen dafür zusammenfassend in die Worte: “Uns ist nicht wirklich bewusst, dass wir ein Teil der Natur sind … Die Vorstellung, dass wir anderen Lebewesen überlegen sind, ist die größte Quelle unserer Probleme.” Das bedeutet unter anderem: Die Böden und das Wasser werden weltweit vergiftet, die Ozeane werden zerstört, und der Gesamtorganismus Erde und seine Gesetzmäßigkeiten werden sowieso weitgehend ignoriert. Jede Form einer Selbstregulation von Erde und Mensch auch beim Klima wird torperdiert, denn der Mensch fühlt sich den kosmischen Gesetzmäßigkeiten der Natur und auch dem Gesetz von Ursache und Wirkung überlegen und treibt damit seine Hybris auf die Spitze und damit aber auch zum Kipp-Punkt. Leben wird von ihm weltweit schon zerstört, bevor man es überhaupt annähernd kennenlernen konnte. Stattdessen streben die Verantwortlichen für die Lenkung der Maßnahmen danach, alles zu beherrschen, besserwisserisch und rechthaberisch alles steuern zu wollen, alles in den intellektuellen Griff zu bekommen, z. B. durch Kunstdünger, Gentechnik und weitere allzumenschliche Erfindungen aller Art, mithilfe deren die Selbstbeweihräucherung einher geht, die angebliche “Krone” der Schöpfung sein zu können, wie die Priesterkaste und die Religionen ihren Religionsschafen seit Jahrhunderten vorgaukelt.
Einfache Bürger ohne irdische Macht werden in vielen Regionen der Erde durch Landraub von ihren Ländern vertrieben, wenn die Globalisierungswalze anrollt, oder sie werden in vordergründig “zivilisierteren” Ländern gezielt vor allem zur Kasse gebeten, z. B. durch Erhöhung der Heizkosten, weil solche Entscheidungen den Politikern leichter erscheinen als etwas zu tun, was die Lobbyisten verärgert. Das gigantische Kühlsystem gesunder Wälder und Böden wird parallel dazu massivst zerstört, auch das – kaum bekannt und wenig erforscht – geniale Kühlsystem in den Ozeanen durch Quallen und Fische, da diese weitgehend ausgerottet werden – ebenfalls für höchste Profite im Dienste von Gaumengenuss.
Zu den Verursachern der weltweiten Klimakatastrophe zählen nicht zuletzt auch die großen kirchlichen Religionskonglomerate mit ihrem unermesslichen Reichtum an Grundbesitz, Immobilien, Aktienpaketen und Fondsbeteiligungen, auch wenn sie noch so viele schöne Worte über die „Bewahrung der Schöpfung“ oder den „Aufbau von Frieden und Gerechtigkeit“ machen.
Und die Kirchenlehrer Augustinus und Thomas von Aquin sind seit Jahrhunderten die “heilig” gesprochenen geistigen Väter der weltweiten Natur- und Tierverachtung. Für den kirchenheiligen Augustinus ist z. B. eine vegetarische Ernährung eine “gottlose Ketzermeinung”, was in früheren Jahren auch die Todesstrafe für den Andersdenkenden nach sich zog, da er als eine Gefahr für den Führungsanspruch der Mächtigen in Staat und Kirche betrachtet wurde. Und im aktuellen Evangelischen Erwachsenen-Katechismus unserer Zeit wird auf über 1000 Seiten das Leid der Tiere in keinem Absatz besprochen, nicht einmal in einer Fußnote erwähnt. Das Thema existierte für die Ethik-Entwickler in der Nachfolge Luthers schlicht nicht, für die bekanntlich der Glaube allein an ihr Religionssystem genügen soll.
Als schließlich die frühere Umweltministerin Barbara Hendricks (2013-2018) einen Vorschlag erarbeitet hatte, wie die Treibhausgase der industriellen Landwirtschaft in der EU halbiert werden könnten, scheiterte der Plan bereits im Vorfeld an den beiden besonders kirchlichen Parteien CDU und CSU. Und auch die schönen Worte des Papstes in seiner Natur-Enzyklika “Laudato si” erwähnt die Aggressionen gegen die Tiere und deren Leid nicht, weil das ja auch seine eigenen päpstlichen Lebensgewohnheiten in Frage stellen würde (und nebenbei auch den Papageienzungenpudding, den einer seiner unfehlbaren Vorgänger (Leo X.) seinen Gästen genüsslich servierte, in Misskredit gebracht hätte).
So zieht im Gesetz von Ursache und Wirkung das dunkle Lied des Klimawandels um die Welt. Es hat viele Strophen und jedes Land, jede Region, wird auf seine, wird auf ihre Weise betroffen. Die Warnungen der seriösen Wissenschaft wurden genauso ignoriert, quasi in den Wind geschlagen, wie die rechtzeitigen Warnungen des Prophetischen Gottesgeistes. Diese wurden von Vertretern der Kirche verhöhnt als Panikmache sektierischer Endzeit-Apostel. Nun aber wird immer deutlicher, worauf schon Jesus von Nazareth in Seiner Botschaft eindringlich hinwies: “Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon”. Es zeigt sich mehr und mehr, wem von den Mächtigen in Kirche und Staat gedient wurde und wird. Die zerstörerischen Früchte des Mammon und seiner klerikalen Gewährsmänner im Hintergrund sind nicht mehr zu verbergen.
Diese Gesprächsrunde zeigt auf, warum es so kommt, wie es kommt, und sie benennt die Ursachen und was jedem Einzelnen letztlich bleibt in dieser Welt.

(53:30)

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